Kurz gesagt: GEO steht für „Generative Engine Optimization“. Gemeint sind Maßnahmen, die dazu beitragen können, Marken und Inhalte für generative Suchsysteme sichtbarer, zugänglicher, verständlicher und relevanter zu machen. Dazu gehören technische Grundlagen und gute eigene Inhalte, vor allem aber auch glaubwürdige Erwähnungen außerhalb der eigenen Website. Die Krux bei diesen Bemühungen: Eine bestimmte Erwähnung oder Empfehlung durch die KI-Systeme lässt sich einfach nicht garantieren.
Als Unternehmer kennt man das: Alle sagen, du musst GEO machen. Also fragst du die KI deiner Wahl nach einer Lösung, wie sie dein Unternehmen auch anbietet. Sie nennt drei Marken – deine ist nicht dabei. Du formulierst die Frage anders, wechselst das System oder prüfst die Quellen. Wieder fehlt sie.
Offensichtlich hat sich etwas verschoben in der Sichtbarkeitsfrage. Konnte man bisher die Sichtbarkeit der eigenen Marke mit SEO (also Suchmaschinenoptimierung) verbessern, soll man heute auch noch Einfluss auf den Bereich abseits der eigenen Website nehmen. Das Ziel: Dein Unternehmen muss nicht nur in klassischen Suchergebnissen auftauchen, sondern auch von generativen Suchsystemen gefunden, verstanden und im passenden Zusammenhang berücksichtigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen GEO, SEO und SXO?
SEO verbessert die Auffindbarkeit in klassischen Suchmaschinen wie Google. GEO beschäftigt sich zusätzlich damit, ob eine Marke in generierten Antworten auftaucht, welche Quellen ein System dafür verwendet und wie die Marke dort eingeordnet wird. SXO (Search Everywhere Optimization) verbindet diese Perspektiven mit Markenarbeit, Social Search und Sichtbarkeit auf anderen Plattformen, die als Quellen für Erwähnungen herangezogen werden können (Reddit, Pinterest, YouTube, etc.).
SEO und GEO bauen zunächst auf ähnlichen Grundlagen auf. Inhalte müssen erreichbar sein. Sie müssen die Fragen der Nutzer:innen bestmöglich beantworten und Mehrwert stiften. Und ihre Aussagen sollten so klar strukturiert sein, dass die wesentliche Information nicht zwischen langen Einleitungen verschwindet.
GEO stellt darüber hinaus Fragen wie:
- Wird die Marke in relevanten Antworten genannt?
- Welche Quellen werden zitiert? Wie komme ich dort hinein?
- Taucht die Marke im richtigen Themenumfeld auf?
- Werden Produkte, Leistungen und Positionierung korrekt beschrieben?
- Welche Wettbewerber erscheinen stattdessen? Was machen die besser?
Bei COPE ordnen wir diese Aufgaben in einer größeren SXO-Logik ein:

GEO ist damit ein Teil von SXO. Es ersetzt weder SEO noch eine klare Markenpositionierung. Beides bleibt relevant.
Wie wird eine Marke in ChatGPT, Claude, Perplexity und Google sichtbar?
Eine Marke wird in KI-Systemen nicht nur über ihre eigene Website sichtbar. Generative Suchsysteme greifen auf unterschiedliche Quellen zurück. Sie verbinden Informationen aus Websites, Fachmedien, Foren, sozialen Netzwerken und eigenen Suchindizes zu einer Antwort.
Die Systeme arbeiten dabei nicht identisch, und es geht längst nicht mehr nur um Texte. Sie können beispielsweise auf YouTube-Inhalte zugreifen, Videos finden und deren Inhalte für Antworten oder Zusammenfassungen verwenden. YouTube ist deshalb für GEO eine relevante Plattform. Auch bei Produkterfahrungen, Anleitungen, Interviews, Tests, Erklärungen und Meinungsbeiträgen können Videos als Informationsquelle eine Rolle spielen.
Das bedeutet nicht, dass YouTube bei jeder Anfrage automatisch bevorzugt wird. Welche Quelle ein System verwendet, hängt unter anderem von der konkreten Frage, der Aktualität, der Qualität und der thematischen Passung ab. Ein Video kann für eine praktische Anleitung besonders nützlich sein. Bei einer rechtlichen Einordnung oder einer aktuellen Branchenzahl können dagegen Behörden, Fachmedien oder Studien die passenderen Quellen sein.
Eine allgemeingültige Rangliste der bevorzugten Plattformen gibt es nicht. Für die Praxis lassen sich dennoch typische Einsatzbereiche erkennen:
- YouTube: Anleitungen, Tests, Interviews, Erfahrungsberichte, Produktvorstellungen und erklärende Inhalte. Bei Gemini ist die Plattform durch die Verbindung mit Googles Diensten besonders relevant.
- Reddit und andere Communities: persönliche Erfahrungen, Empfehlungen, Probleme und Diskussionen aus der Praxis. Auch wenn reddit kürzlich an Verweisen in ChatGPT eingebüßt hat, ist es immer noch eine sehr relevante Quelle.
- Fachmedien und Studien: aktuelle Entwicklungen, belastbare Zahlen, Forschung und Branchenwissen.
- Unternehmenswebsites: Produkte, Leistungen, Standorte, Ansprechpartner:innen und offizielle Unternehmensinformationen.
- Bewertungsplattformen und Marktplätze: Kundenerfahrungen, Qualitätsurteile und konkrete Kaufentscheidungen.
Auch die Form der Quelle zählt. Ein Unternehmen kann auf seiner Website die wichtigsten Produktinformationen veröffentlichen, auf YouTube eine verständliche Anwendung zeigen und in Fachmedien eine Einordnung liefern. Diese Inhalte erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Zusammen ergeben sie ein umfassenderes Bild der Marke.
Eine Auswertung von OtterlyAI zu mehr als einer Million Zitationen aus ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews kam für Januar und Februar 2026 zu dem Ergebnis, dass Community-Plattformen wie Reddit und Quora zusammen 52,5 Prozent der untersuchten Zitationen ausmachten. Markendomains kamen auf 47,5 Prozent. Das zeigt, wie relevant externe Quellen sind.
Was Unternehmen selbst beeinflussen können
Unternehmen verbessern ihre Chancen auf Sichtbarkeit, wenn sie:
- klare und aktuelle Informationen zu ihren Leistungen veröffentlichen
- konkrete Fragen der Zielgruppe beantworten
- eigene Daten, Erfahrungen oder Perspektiven einbringen
- wichtige Aussagen über Website, Videos, Medien und Social-Media-Profile hinweg konsistent halten
- YouTube-Videos mit aussagekräftigen Titeln, Beschreibungen und Transkripten veröffentlichen
- relevante Fachmedien, Communities und Bewertungsplattformen beobachten
- ihre Social Media Inhalte für SXO optimieren
- unterschiedliche Formate passend zum Informationsbedürfnis einsetzen
- regelmäßig prüfen, wie die Marke in verschiedenen Systemen beschrieben wird
Für ein B2B-Unternehmen können Fachartikel, Studien, Interviews und ausführliche YouTube-Erklärungen wichtiger sein als allgemeine Social-Media-Reichweite. Bei einem Konsumprodukt können dagegen Produktvergleiche, Erfahrungsberichte, Bewertungen, Community-Diskussionen und Videos gemeinsam die Wahrnehmung prägen.
Und welche Rolle spielen die Crawler?
Damit ein System eine Website berücksichtigen kann, muss es auf deren Inhalte zugreifen dürfen. Dafür verwenden die Anbieter sogenannte Crawler. Das sind automatisierte Programme, die Webseiten abrufen und für unterschiedliche Zwecke auswerten.
OpenAI unterscheidet beispielsweise zwischen dem OAI-SearchBot für Suchergebnisse und anderen Crawlern wie GPTBot, der für das Training von KI-Modellen eingesetzt werden kann. Websitebetreiber:innen können diese Zugriffe über die robots.txt teilweise getrennt steuern. Openai
Auch Anthropic verwendet verschiedene Zugriffsarten. Claude-SearchBot unterstützt Suchergebnisse. Claude-User kann eine Website aufrufen, wenn eine konkrete Nutzeranfrage das erfordert. ClaudeBot steht im Zusammenhang mit dem Sammeln von Webinhalten für die Entwicklung von KI-Modellen. Claude
Perplexity beschreibt den PerplexityBot als Crawler, der Websites für Suchergebnisse auffindbar und verlinkbar machen soll. Laut Perplexity wird er nicht zum Sammeln von Inhalten für Foundation-Modelle eingesetzt. Perplexity
Für Google AI Overviews und AI Mode gelten weiterhin die bekannten SEO-Grundlagen. Google nennt kein spezielles GEO-Schema und keine zusätzlichen technischen Anforderungen. Inhalte müssen indexierbar, zugänglich und hilfreich sein. Google
Das Freigeben eines Crawlers ist nur eine technische Voraussetzung. Es stellt sicher, dass ein System Inhalte erreichen kann. Ob daraus eine Quelle in einer Antwort wird, hängt zusätzlich von der Suchanfrage, dem Inhalt, der Konkurrenz und der jeweiligen Systemlogik ab. Eine spätere Erwähnung, Zitation oder Empfehlung folgt daraus nicht automatisch.
Warum spielen externe Quellen bei GEO eine Rolle?
Eine Marke bestimmt nicht allein, wie sie im Netz beschrieben wird. Fachmedien, Studien, Bewertungen, Communities und Expert:innen liefern zusätzlichen Kontext. Generative Systeme können mehrere dieser Quellen für eine Antwort heranziehen.
Nicht jede Erwähnung ist gleich wertvoll. Entscheidend sind unter anderem:

Eine Erwähnung führt außerdem nicht zwingend zu einem Klick. Die SEO-Plattform SISTRIX analysierte mehr als 100 Millionen Keywords und untersuchte, wie sich AI Overviews auf die organischen Klickraten auswirken. Bei rund 20 Prozent der untersuchten Keywords wurde eine AI Overview ausgespielt. Stand sie über den organischen Suchergebnissen, sank die durchschnittliche Klickrate auf Position eins von 27 auf 11 Prozent. Über alle organischen Positionen hinweg fiel der Anteil der Suchanfragen mit einem organischen Klick laut SISTRIX von 57 auf 33 Prozent.
SISTRIX schätzt den daraus entstehenden Verlust auf rund 265 Millionen organische Klicks pro Monat in Deutschland. Im Durchschnitt entspricht das einem Rückgang von etwa 6,6 Prozent. Dieser Mittelwert verdeckt jedoch erhebliche Unterschiede: Rezepteseiten verlieren in der Analyse nur rund 1 Prozent ihres organischen Traffics, während Eltern- und Babyportale auf mehr als 24 Prozent kommen. Besonders stark betroffen sind informative Suchanfragen, bei denen Google die Antwort direkt auf der Ergebnisseite zusammenfasst. Bei transaktionalen Suchanfragen, etwa im Onlinehandel oder bei Reisebuchungen, fällt der Effekt deutlich geringer aus. Sichtbarkeit und Traffic sollten deshalb getrennt gemessen werden.
Was sind GEO-Advertorials?
GEO-Advertorials sind eigenständige, thematisch passende Beiträge in externen Medienumfeldern. Sie können dazu beitragen, dass eine Marke und ihre Expertise auch außerhalb der eigenen Website im richtigen Kontext vorkommen.
Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn eine Analyse zeigt, dass relevante Antworten häufig auf Ratgeber, Fachartikel oder Medienbeiträge verweisen, die eigene Marke dort aber nicht erscheint.
Ein GEO-Advertorial ist natürlich keine garantierte Erwähnung in ChatGPT, Claude, Perplexity oder Google. Sein möglicher Beitrag liegt in der zusätzlichen Präsenz einer Marke in passenden, zugänglichen und glaubwürdigen Quellen mit qualitativ hochwertigen Inahlten.
Bei COPE umfasst der Prozess vier Schritte:
- Analyse: Relevante Themen, Prompts, Suchsysteme und Wettbewerber werden untersucht.
- Content: Es entstehen eigenständige Beiträge mit einem klaren fachlichen oder journalistischen Schwerpunkt.
- Medienauswahl: Publisher und Umfelder werden nach Themenfit, Zielgruppe, Qualität und Reichweite ausgewählt.
- Monitoring: Eine definierte Prompt-Stichprobe beobachtet Erwähnungen, Quellen und Markendarstellung über einen längeren Zeitraum.
Je nach Ziel können Ratgeber, erklärende Artikel oder Listicles Teil des Medienmixes sein. Entscheidend ist, dass die Beiträge nicht einfach unter verschiedenen Logos wiederholt werden. Sie brauchen einen eigenen Anlass, einen passenden Kontext und einen nachvollziehbaren Informationswert.
GEO-Advertorials ersetzen weder hilfreiche Inhalte auf der eigenen Website noch technische SEO-Arbeit oder eine klare Markenpositionierung. Sie bereichern aber die in LLMs beliebten externen Quellen mit Marken-relevanten Inhalten. Welche Formate sinnvoll sind, hängt von Thema, Zielgruppe, Markt und den tatsächlich verwendeten Quellen ab.
Wie lange dauert GEO?
GEO ist langfristige Arbeit. Technische Änderungen können schnell umgesetzt werden. Themenautorität, konsistente Markeninformationen und glaubwürdige externe Erwähnungen entstehen langsamer.
Wie schnell sich Sichtbarkeit verändert, hängt unter anderem vom Suchsystem, Prompt, Markt, Zeitpunkt und Wettbewerb ab. Deshalb sollte ein GEO-Projekt mit einer Ausgangsmessung beginnen. Danach werden relevante Themen und Suchfragen festgelegt, Maßnahmen umgesetzt und regelmäßig überprüft.
Keine seriöse Agentur kann bestimmte Erwähnung in ChatGPT, Claude, Perplexity oder Google AI Overviews versprechen. Das gilt auch für GEO-Advertorials. Eine Medienplatzierung ist eine Maßnahme und kein garantierter Output.
Wie lässt sich GEO-Erfolg messen?
Für die Erfolgsmessung braucht ein festgelegtes Set aus:
- Prompts
- Suchsystemen
- Ländern und Sprachen
- Messzeitpunkten
- Wettbewerbern
- Kriterien für eine korrekte Markendarstellung
Sinnvolle Kennzahlen können sein:
- Erwähnungsrate
- Share of Voice
- durchschnittliche Position innerhalb einer Antwort
- Häufigkeit und Qualität der Zitationen
- Korrektheit der Markendarstellung
- Sichtbarkeit gegenüber Wettbewerbern
- qualifizierte Website-Besuche
- Markensuchanfragen
- Leads und Conversions
Üblicherweise wird die Erfolgsmessung heute mit spezifischen GEO-Tools wie z.B. PeecAI, Otterly, Ubersuggest und dergleichen durchgeführt. Diese verbinden sich über eine Schnittstelle mit den großen LLM-Anbietern und erlauben das gezielte Monitoring von Markenerwähnungen und Prompt Sets. So lässt sich eine Entwicklung der Sichtbarkeit verfolgen.
Brauche ich für GEO auch ChatGPT Ads?
Nein, außer man hat es eilig. GEO zielt auf organische Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und die Einordnung einer Marke in relevanten Themen und über LLMs hinweg. ChatGPT Ads sind bezahlte Anzeigen nur in ChatGPT. Sie verfolgen damit ein anderes Ziel und ersetzen keine organische Markenpräsenz.
Doch GEO ist vergleichbar mit SEO eine langfristige Disziplin. Wenn kurzfristig Reichweite oder konkrete Nachfrage aufgebaut werden soll, dann empfiehlt sich, auch mit Werbeanzeigen zu arbeiten. Hier kann man Sichtbarkeit in relevanten Chat-Kontexten kaufen.
Fazit
GEO ist keine Garantie für Erwähnungen in KI-Antworten. Es beschreibt eine neue Disziplin in der Sichtbarkeits-Arbeit von Unternehmen: Marken müssen jetzt technisch erreichbar, inhaltlich verständlich und im relevanten öffentlichen Kontext präsent sein.
Dafür braucht es ein solides SEO-Fundament, eigenständige Inhalte, konsistente Markenarbeit und glaubwürdige Quellen außerhalb der eigenen Website. Gemessen werden sollte nicht nur, ob eine Marke auftaucht. Entscheidend ist auch, ob sie richtig eingeordnet wird, welche Quellen verwendet werden und ob daraus qualifizierte Geschäftsergebnisse entstehen.
Quellen
- Google Search Central: „AI features and your website“
- Google Search Central: Dokumentationsänderungen 2026
- Google: „New opportunities, control and insights for website owners“, 3. Juni 2026, aktualisiert am 31. August 2026
- OpenAI: „OpenAI Crawlers“
- Anthropic: „Does Anthropic crawl data from the web and how can site owners block the crawler?“
- Perplexity: „Perplexity Crawlers“
- Pew Research Center: „Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results“, 22. Juli 2025
- OtterlyAI: „The AI Citation Economy“, aktualisiert am 1. Februar 2026
- 4eck Media: „Case Study Fischkaufhaus.de: messbare Sichtbarkeit in SEO, Google AI Overviews & LLMs (GEO)“, 5. Februar 2026
- COPE: SXO-Produktfamilie und GEO-Angebotsbeispiel 2026 – Interne COPE-Unterlagen

































































